Herkunft & Inspiration

Kaffee ist eines der wichtigsten Handelsgüter der Welt und wird in mehr als 80 Ländern angebaut. Besonders wichtig für guten Kaffee sind, ähnlich wie beim Wein, die Klimabedingungen und die Bodenbeschaffenheit. Wenn möglich, sollte ein gutes Anbaugebiet weder Frost noch extremer Hitze ausgesetzt sein. Aus diesem Grund kann man die klassischen Anbaugebiete wie folgt einteilen:

Süd- und Mittelamerika

Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in Guatemala und Costa Rica, Mexiko, Kolumbien, Panama, Nicaragua, Honduras und El Salvador. Die Varietäten, die hier gepflanzt werden, haben in der Regel einen leichten bis mittleren Körper und einen lebendigen, sauberen Geschmack, der kommt hauptsächlich davon, dass die meisten mittelamerikanischen Kaffees gewaschen sind, vorzugsweise »washed and sundried«. Das stabile mittelamerikanisch-karibische Klima erlaubt das Pflanzen von Kaffee bis in Höhen von 2000 Metern. Das Ergebnis sind sehr langsam wachsende, in der Struktur sehr dichte harte Bohnen – auch strictly hard beans, oder shb genannt. In Guatemala hingegen wachsen, meist an den von vulkanischen Böden geprägten Hängen in der Nähe der alten Hauptstadt Antigua, vollmundige, schokoladige Spitzenkaffees. Zu den bekanntesten Produzenten zählen dort beispielsweise die Facenda San Sebastian, die benachbarte Facenda San Miguel, die Facenda Capetillo los Volcanes aber auch die Finca Las Nubes, die bereits 2001 der Gewinner des Cup of Excellence war.

Asien-Pazifik

Die für uns interessanten Anbaugebiete im Asien-Pazifik-Raum umfassen vor allen Dingen die Länder Indien, Indonesien, Papua-Neuguinea. Die Kaffees aus diesen Ländern sind völlig unterschiedlich. Norditalienische Röster können sich einen guten Espresso ohne indischen Kaffee nicht vorstellen. Die sogenannten »Plantation AA Kaffees aus Mysore« beispielsweise, allesamt Arabicas, geben dem Espresso einen schönen runden Körper - ein absolutes »must« in einem wohlgeblendeten Espresso. Zu den Spitzenfarmen dieser Bohnen zählt die Balmaadi Estate im tamilischen Nilgiris. Der aus Indonesien stammende »Sumatra Mandheling« hingegen, sorgt mit seinen Tropenholznoten, die ausgeröstet ein rauchiges Aroma von Maltwhiskey entwickeln können, für ein kräftiges Aroma.

Afrika

Heute zählt Äthiopien, das Ursprungsgebiet des Kaffees (dort wurde er bereits im 9. Jahrhundert erwähnt), mit teilweise wirklich ursprünglichen Kaffees zu einem der interessantesten Kaffee-Erzeugerländer. Kenia besticht durch sein wohlorganisiertes Farming und seine absoluten Spitzenqualitäten aber auch Tansania, Uganda, Ruanda, Malawi erzeugen teilweise respektable Arabicas. Ihre Kaffeesorten verfügen über intensive Beeren- oder Blütenaromen und erinnern an Zitrusfrüchte, Kakao und Gewürze.
 
Doch uns in der Andraschko Kaffeemanufaktur interessiert nicht nur die Herkunft, sondern auch die Veredlung der aromatischen Bohnen: Wie röstet man beispielsweise die Bohnen für ein bestimmtes Aromabild, welche Maschinen sollte man für welchen Kaffee benutzen und welche Menschen prägen die Kaffeekultur besonders? All das sind Quellen der Inspiration, die wir vor allen Dingen in Italien und in den USA finden.

Italien

Die Italiener sind in unseren Augen die Begründer der Espressokultur. Und da die Espressoherstellung die Königsdisziplin der Kaffeemanufaktur ist, suchen wir den stetigen Austausch. Oft besuchen wir Kollegen aus anderen Röstereien, Rohkaffeehändler, Maschinenhersteller in Italien, um keine der aktuellen Entwicklungen zu verpassen.

USA

Eine große Quelle der Inspiration ist die neue Generation der amerikanischen Kaffeeröster. Ihnen verdanken wir das neue Bewusstsein, dass wir uns aktiv um Qualität bemühen müssen – indem wir besondere Kaffeebauern finden, mit ihnen kooperieren und sie so motivieren, weiterhin singuläre Spitzenkaffees anzubauen.